Jakob Rosenfeld  (Herr Dr.)

Biografie:
Dr. Jakob Rosenfeld wurde 1903 im österreichischen Galizien geboren und wuchs dann im niederösterreichischen Wöllersdorf auf. Er studierte Medizin, bekam von allen Spitälern, wo er arbeitete, ausgezeichnete Zeugnisse und eröffnete dann in Wien eine Praxis für Urologie und Gynäkologie. Rosenfeld war ein begnadeter Operateur und bald kamen die Patienten aus ganz Europa. 
Anfänglich war Jakob Rosenfeld kein sehr politischer Mensch. Gedanklich stand er in den dreißiger Jahren der eher marxistischen Österreichischen Sozialdemokratischen Partei nahe und er verurteilte entschieden Faschismus und Nationalsozialismus. Wie viele Antifaschisten wurde Rosenfeld 1938 nach dem Einmarsch Hitlers in Österreich verhaftet und zuerst in das Konzentrationslager Dachau und später in das KZ Buchenwald gebracht. 

1939 holt ihn seine Familie mit einer Schiffskarte nach Shanghai aus der Gefangenschaft. In Shanghai spricht sich seine hohe ärztliche Kunst sofort herum und er kommt wiederum zu Wohlstand. Doch der Aufenthalt im KZ hat sein politisches Sensorium geschärft und so nimmt er nur zu gerne an den Marxismus-Seminaren seines galizischen Landsmannes Gregory Gryyb teil, welcher unter dem Decknamen Heinz Shippe für die Kommunistische Internationale in China tätig ist. 

Als Rosenfeld von dem Gemetzel hört, welches Truppen Tschiangkaischeks in Wan’an an den mit ihnen verbündeten kommunistischen Truppen angerichtet haben,beschließt ersich der Neuen Vierten Armee anzuschließen. Dort schließt er Freundschaft mit Kommandanten Chen Yi (später Außenminister) und dem Politkommissar Liu Shaoqi (später Staatspräsident). Bald eilt ihm ein sagenhafter Ruf voraus. Man nennt ihn Tigerbalsamdoktor, weil seine ärztliche Kunst wie die kleinen Döschen für alle Leiden Linderung bringt. Andere nennen ihn nach dem legendären Arzt Hua Tuo und die Frauen bezeichnen ihn als Buddha und Retter der Mütter. 

1943 beschließt das Zentralkomitee den Transfer Rosenfelds zur in Shandong tätigen Achten Feldarmee, um deren Kommandeur Luo Ronghuan bei dessen Nierenkrankheit beizustehen. 

Nach dem Victory Day 1945 geht Rosenfeld mit seinen Truppen nach dem Nordosten. Dort wird er General und Gesundheitsminister einer Armee, das höchste Amt, welches je ein Ausländer bei den kommunistischen Truppen bekleidet hat. Nach der Einnahme Pekings 1948 nimmt er an der Besprechung mit Mao Zedong und Zhou Enlai über den Südfeldzug teil, doch er ist so schwer herzkrank, dass es ihm unmöglich ist, mit den Truppen mitzugehen. 

Er verabschiedet sich von den alten Freunden Liu Shaoqi und Chen Yi und fährt im Herbst 1949 nach Wien. Dort muss er erfahren, dass seine Mutter am Weg ins KZ gestorben ist. Das Manuskript seines Buches über China wollen weder die sowjetisch orientierten Verlage noch die unter Kontrolle der westlichen Alliierten stehenden. Er kann sich nicht einleben, will im Koreakrieg an der Seite seiner alten Kameraden sein. Doch die Erledigung seiner Ansuchen dauert lange. So entschließt er sich, schon ein Stück des Weges zurückzulegen und fährt zu seinem Bruder nach Tel Aviv. In einem örtlichen Spital findet er Anstellung. Von seiner Schwester in London erbittet er sich medizinische Ausrüstung, um sie nach China mitzunehmen. 

Doch bevor er zurückkehren kann, ereilt ihn der Herztod. Am 22.4.1952 stirbt er und wird in Tel Aviv begraben.

Titel von Jakob Rosenfeld

Es war einmal in China

Es war einmal in China

Berührende, dramatische, romantische und skurrile Erinnerungen von Bekannten und Unbekannten

Anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Österreich-Chinesischen...