Buddhistische Tempel in Beijing - Ein Reiseführer

Von Rudolf Korbelius (Autor/in)., Jing Wang (Nachwort). | Gebundene Ausgabe | 160 Seiten | Erschienen: 01. 09. 2014 | ISBN: 9783902735331 | 1.Auflage

China blickt auf eine nun bereits über 2000 Jahre währende buddhistische Tradition zurück. Der Buddhismus ist neben den Lehren des Kong Zi (Konfuzius) und den Formen des Daoismus eine der drei großen philosophisch-religiösen Kräfte, welche Kunst, Kultur aber auch die Mentalität der Menschen in China über mehr als zwei Jahrtausende hindurch geprägt haben.

19,80 €
In den Warenkorb

Mitwirkend Rudolf Korbelius
Jing Wang
VerlagBacopa Verlag
ISBN9783902735331
Illustrationen Anzahl25
Sprache(n) Deutsch
Seitenzahl160
Erscheinungsdatum2014
Auflage1. Auflage
AusführungGebundene Ausgabe

Bibliographie

China war in der Vergangenheit neben Indien ein wichtiges, ja in vielen Aspekten sogar das bedeutendste Land, das zur Ausbreitung der buddhistischen Lehre im übrigen Asien beigetragen hat. Und mit der Religion und Philosophie wurden auch Kultur und Wissenschaft transportiert und führten zum Aufblühen und zur befruchtenden Weiterentwicklung der Kulturen in anderen Ländern Asiens wie zum Beispiel in Japan und Korea. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass in einem so weiten Land, wie es China ist, an allen Orten, sei es in den heutigen Städten oder sei es in den dünn besiedelten Gebieten auf dem Lande, Ausprägungen des Buddhismus so wie auch Spuren dieser bedeutenden Vergangenheit anzutreffen sind. Viele Elemente und Lehren des Buddhismus haben sich im Laufe der Jahrhunderte gewandelt und Einzug in die Volksfrömmigkeit, sowie in Legenden und Erzählungen der Menschen gefunden und man kann zu Recht sagen, dass die chinesische Kultur und Entwicklung der letzten zweitausend Jahre stark durch buddhistisches Gedankengut geprägt und befruchtet wurde.

Wer heutzutage durch China reist, findet überall historische Stätten von denen ein nicht unwesentlicher Anteil buddhistische Tempel und Klöster sind. Manche dieser Zeugen einer ruhmreichen buddhistischen Vergangenheit sind jedoch verfallen und unbenutzt, manche wurden oder werden gerade restauriert und sind nationale Kulturgüter und einige haben auch als aktive Zentren der Religiosität die Zeiten mehr oder minder unbeschadet überstanden. Viele Tempel werden, wenn sie unbenutzt, verfallen oder teilweise zerstört sind, heute wieder in Stand gesetzt. Entweder schafft es die buddhistische Gemeinde in China sie aktiv als religiöses Zentrum wieder zu beleben oder sie werden seitens der Regierung zu einem Museum umgestaltet und damit zu einem schützenswerten Kulturdenkmal erklärt und in Stand gesetzt und somit erhalten. Darüber hinaus findet man auch Tempelanlagen, die über die Jahrhunderte aktiv betreut geblieben sind und heute noch aktive Stätten der Religiosität darstellen. Seit die Stadtregierung in Beijing im Jahr 2000 ein Projekt zum verstärkten Denkmalschutz gestartet hat, werden von den über 2.000 unter Denkmalschutz stehenden Objekten in Beijing immer mehr renoviert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Neben ihrem kunsthistorischen Wert sind manche dieser Bauwerke aber auch Oasen der Ruhe und Stille, die im heutigen China bereits notwendig geworden sind, in einem Land mit dem derzeit schnellsten Wirtschaftswachstum, einem Land mit einem Entwicklungstempo welches atemberaubend geworden ist und in vielen Bereichen wenig Platz für Gelassenheit und spirituelle Geruhsamkeit lässt. Umso mehr sind die noch vorhandenen Tempel und Klöster Orte der Bedächtigkeit und des etwas Zurücknehmens aus dem Trubel der Gesellschaft in der Hektik einer modernen immer mehr einer dem sogenannten Fortschritt Tribut zollenden ausgerichteten Welt. Dies gilt für die dem Tourismus bekannten und somit weithin berühmten Tempelanlagen allerdings nur dann, wenn man sich abseits der Touristenströme bewegt oder diese Anlagen zu Zeiten aufsucht, die außerhalb der Hauptreisezeit liegen. Um die Symbolik und die Architektur eines buddhistischen Tempels auch wirklich verstehen zu können, um die Atmosphäre die er ausstrahlt aufnehmen zu können, ist es notwendig auch etwas über seine Geschichte zu wissen. Daher habe ich nun in den nachfolgenden Beschreibungen nicht nur eine Darstellung der Gebäude und der in ihnen befindlichen Statuen gegeben sondern auch für jede Tempelanlage eine kurze Beschreibung seiner geschichtlichen Entwicklung hinzugefügt. Eine Einleitung in die allgemeine Architektur buddhistischer Tempelanlagen sowie Erklärungen zu den Symbolen und Ausschmückungen dieser Anlagen, mögen ebenfalls dem Leser und der Leserin hilfreich sein, um einzutauchen in eine faszinierende Welt dieser über Jahrhunderte sich erstreckenden alten Tradition der Geistigkeit und Harmonie.

Mein Dank gilt natürlich meinen buddhistischen Lehrern, die mir nicht nur einen intellektuellen Zugang zum Dharma eröffneten sondern durch ihre Unterweisungen mich über all die Jahrzehnte auf meinem inhaltlichen und praktizierenden Weg des Dharma begleiteten.
Abschließend möchte ich es hier aber auch nicht verabsäumen meiner Frau Univ. Doz. Ding Ying zu danken, die große Geduld bewies, wenn ich in China auf der Suche und Entdeckungsreise zu den Tempeln und Klöstern war und bin. Zusätzlich erhellte sie mir in vielen Diskussionen für mich, als einen in Europa Geborenen, schwierige Fragen im Verständnis der chinesischen Denkweise.

Alle Fotos wurden von mir selbst auf meinen Reisen durch China aufgenommen. Die Skizzen sowie Tempelgrundrisse und Tuschezeichnungen habe ich einerseits als Inspiration und Erinnerung an meine Eindrücke und andererseits als Illustration aus meiner inhaltlichen Beschäftigung mit den einzelnen Themen heraus geschaffen.

Sollten sich im Text einige Unklarheiten oder Fehler eingeschlichen haben oder das eine oder andere Thema nicht ausreichend genug behandelt worden sein, so möge der werte Leser / Leserin mir dies nachsehen. Die Intention diese Publikation zu verfassen war es einerseits einen spirituellen Reiseführer zu den buddhistischen Stätten in Beijing zu schaffen und andererseits zu zeigen, dass China einen der bedeutendsten Einflüsse auf die Entwicklung und auch die schulspezifischen Formulierungen des Buddhismus weltweit ausübte. China war in der Vergangenheit neben Indien das wichtigste Land zur Ausbreitung der buddhistischen Lehre und Zeugen dieser grandiosen Vergangenheit finden sich auch noch heute dort wie ich am Beispiel der Tempelanlagen in Beijing Stadt aufzuzeigen versuche. Ich hoffe daher zu einem klareren Stellenwert Chinas was den Buddhismus betrifft und auch zu einem tieferen Verständnis der buddhistischen Lehre mit diesem Buch einen kleinen Beitrag leisten zu können.