Der Weg zum wirksamen Punkt

Von Denmei Shudo (Autor/in)., David Koppensteiner (Übersetzer/in)., Stephen Brown (Übersetzer/in). | Gebundene Ausgabe | 288 Seiten | Erschienen: 18. 11. 2019 | ISBN: 9783902735799 | 1.Auflage

Shudo Denmei, der schon das Buch Introduction to Meridian Therapy schrieb, ist einer der führenden Akupunkteure in der japanischen Meridiantherapie. Für das vorliegende Buch wählte er 160 Lieblingspunkte aus, welche er tatsächlich in der Praxis anwendet. Er erklärt jeweils, wie man Palpationstechniken zum Auffinden dieser Punkte einsetzen kann, und wie man mittels Palpation bestimmen kann, welche Punkte tatsächlich aktiv sind. Zusätzlich beschreibt er die konkreten Muster für diese Punkte und vermeidet lange Listen aller möglichen Indikationen.

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Mitwirkend Denmei Shudo
David Koppensteiner
Stephen Brown
VerlagBacopa Verlag
ISBN9783902735799
Illustrationen Anzahl90
Sprache(n) Deutsch
Seitenzahl288
Erscheinungsdatum2019
Auflage1. Auflage
AusführungGebundene Ausgabe

Bibliographie

Dieses Buch Wie man effektive Akupunkturpunkte findet erfüllt genau diesen Zweck: Shudo Denmei, der schon das Buch Introduction to Meridian Therapy schrieb, ist einer der führenden Akupunkteure in der japanischen Meridiantherapie. Für das vorliegende Buch wählte er 160 Lieblingspunkte aus, welche er tatsächlich in der Praxis anwendet. Er erklärt jeweils, wie man Palpationstechniken zum Auffinden dieser Punkte einsetzen kann, und wie man mittels Palpation bestimmen kann, welche Punkte tatsächlich aktiv sind. Zusätzlich beschreibt er die konkreten Muster für diese Punkte und vermeidet lange Listen aller möglichen Indikationen.
Aufbauend auf seiner jahrzehntelangen Erfahrung und mit Hilfe von 90 Zeichnungen ist es so, als ob Shudo Denmei jeden einzelnen dieser Punkte zum Leben erwecken würde. Das Ganze ist ausgeschmückt mit seinen einzigartigen Einsichten und lustigen Erzählungen. Dieses Buch ist daher ein Muss für jeden Akupunkteur.

Shuduos Schreibstil ist ein sehr menschlicher und offener, wodurch das Lesen dieses Buches eine Freude ist. Es liest sich so freundlich und intim, als ob er selbst plaudernd daneben stünde. Dieses Buch stellt sein Vermächtnis dar, und ist ein großartiger Beitrag zu unserem Verständnis der Akupunktur und der Punktlokalisation.
- The Journal of Chinese Medicine

Ein unbezahlbarer Leitfaden... Ein grundlegendes Werkzeug für jeden Akupunkteur, der vor dem Behandeln mit Akupunktur oder Moxa Palpationstechniken einsetzt.
- Stephen Birch, aus dem Vorwort zitiert

INHALT
Kapitel 1: Akupunkturpunkte und Palpation
- Einführung
- Wie sind die Akupunkturpunkte entdeckt worden?
- Was genau sind Akupunkturpunkte?
- Wie man aktive Punkte auffinden kann.

Kapitel 2: Von mir verwendete Akupunkturpunkte
- Wie man diesen Leitfaden zur Punktlokalisation benutzten kann
- Punkte am Schädel
- Punkte an Nacken und Schultern
- Punkte an Rücken und Hüfte
- Punkte an Brust und Bauch
- Punkte an Hand und Arm
- Punkte an Bein und Fuß

Kapitel 3: Akupunkturpunkte effektiv anwenden
- Mein Behandlungszugang
- Nadeln und Nadeltechniken
- Das Ankommen des Qi
- Schlussfolgerung

Vorwort
Shudo Denmei hat es schon wieder getan Er hat erneut ein gut leserliches und leicht verständliches Buch geschrieben, vollgepackt mit wichtigen Informationen - ein klinisch unglaublich wertvolles Buch. In diesem Buch zeigen sich dieselben Qualitäten wie in seinem ersten Buch Keriaku Chiru no Susume (deutscher Titel: Einführung in die Meridiantherapie: Klassische japanische Akupunktur). Seine Arbeit war immer schon bahnbrechend und ist es immer noch - geprägt durch erfrischende Klarheit, Aufrichtigkeit und Offenheit.
Dieses vorliegende Buch Wie man effektive Akupunkturpunkte auffindet könnte man als ein Punktlokalisationsbuch bezeichnen - aber es ist viel mehr als das. Shudo beschreibt nicht nur die Punktlokalisationen, sondern auch, wie sich die Punkte anfühlen, wenn man nach ihnen sucht, wie man sie am besten palpiert, wie man die verschiedenen Reaktionen interpretieren kann, und wie man diese Punkte dann am besten behandelt. Zusätzlich beschreibt er noch die klinisch relevantesten Indikationen. Also ob das nicht schon genug wäre, gibt es in seinem neuen Buch auch noch einen Abschnitt über Behandlungstechniken, in dem es vor allem um sehr sensitive Nadelmethoden geht.
Primär dreht es sich in diesem neuen Buch um symptomatische Behandlungen, also die Therapie der Zweige (Hyji). Dennoch betont Shudo Denmei die Wichtigkeit einer Wurzel-Behandlung (honji), um bestmögliche Resultate zu erzielen (siehe dazu sein erstes Buch Einführung in die Meridiantherapie: klassische japanische Akupunktur). Die in diesem neuen Buch empfohlenen Behandlungstechniken sollten also idealerweise zusätzlich zu einer Wurzel-Behandlung eingesetzt werden.
Eine derartige Zusammenfassung dieses Buches ist aber in Wirklichkeit eine Untertreibung. Wenn man die meisten zeitgenössischen Akupunkturbücher mit Shudos neuem Buch vergleicht, dann zeigt sich die ungeheure Tiefe von Shudos Werk.
Normalerweise wird in modernen Akupunkturbüchern die Punktelokalisation in anatomischen Begriffen dargestellt. Zusätzlich werden meist die primären Behandlungsmethoden, Nadeltiefe oder die Anzahl der Moxakegel beschrieben. Auch werden meist die spezifischen Qualitäten der Punkte beschrieben, zum Beispiel, dass es sich um einen Luo-Punkt handelt, usw. Außerdem gibt es meist eine Liste der Indikationen. Derartige Beschreibungen der Akupunkturpunkte hat es schon immer gegeben. Die klassischen Werken ließen meistens viel Raum für Interpretation, und es fehlte häufig an Klarheit. Über die Zeit wurden die unterschiedlichen Lokalisationen, Behandlungsmethoden und Indikationen der Akupunkturpunkte auch unterschiedlich beschrieben. Das ist nicht nur ein Ausdruck immer neuer Versuche, die älteren Beschreibungen weiter zu klären, sondern die neueren Lehrbücher beinhalteten auch die Erfahrungen und Konzepte des jeweiligen Autors. Über die Jahrhunderte gab es also in Bezug auf Lokalisation, Integration und Behandlungsmethoden eine gewisse Evolution, und die Unterschiede waren teilweise beträchtlich!

In der heutigen Zeit ging jedoch viel von dieser historischen Vielfalt der alten Textbücher verloren, vor allem im Westen. Stattdessen wurden klar definierte Normen festgesetzt. Im letzten Jahrhundert lehrte man daher eine präzise anatomische Punktlokalisation, spezifische Therapiemethoden und sehr klar definierte Aussagen zu Wesen und Einsatz der Akupunkturpunkte. Nur selten zeigt man heute den Studenten die historische Vielfalt auf, die vor dieser modernen Gewissheit geherrscht hatte. Viele schließen daher heutzutage ihre Akupunkturausbildung im Glauben ab, genau zu wissen, was Akupunkturpunkte sind und wie man sie benutzt. Selten lernt man daher heutzutage, das diese Beschreibungen nur eine moderne Zusammenfassungen alter Ideen sind, oder moderne Beschreibungen, die an die moderne Praxis der Akupunktur angepasst wurden.
Also ist es heutzutage so, dass man gerade im Westen häufig denkt, dass das, was man als Punkte lernt, historisch genauso aufgeschrieben wurde. Als ob es ein unverändertes Wissen eines kontinuierlichen therapeutischen Systems über die letzten zwei Jahrtausende gäbe. Daher entwickelten sich in der heutigen Zeit sehr rigide Konzepte über die Akupunkturpunkte, auch weil die Information durch die begrenzte Anzahl an Übersetzungen beschränkt war, oder weil viele der übersetzten Texte nicht beachtet werden.
In Japan hingegen studierten die Moxa- und Meridian-Therapeuten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die historische Akupunkturliteratur sehr genau. Wie es typisch für die asiatische Kultur ist, durften dabei divergierende Beschreibungen nebeneinander koexistieren, während sie in der klinischen Praxis überprüft wurden. Also begriff man, dass Akupunkturpunkte erst aktiv und lebendig werden, wenn sie zu behandeln sind.

Das Konzept der Aktiven Punkte wurde wahrscheinlich von Takashi Sawada, einem berühmten Moxa-Therapeuten ins Leben gerufen. Shudo selbst wurde zuerst in Sawadas Stil ausgebildet, bevor er danach die Meridiantherapie erlernte. Die japanische Bewegung der Meridiantherapie griff das Konzept von Sawada auf, und so ist es auch heute in Japan noch weit verbreitet. Es gibt sogar Therapeuten, die die anatomische Punktlokalisation als tot bezeichnen, als eine anatomische Markierung von der aus man nach lebendigen Punkten suchen muss. Es bedarf also irgendeiner Art an palpierbarer Reaktion, wenn ein Punkt behandelt werden soll. Ich habe mehr als 40 japanische Akupunkteure beobachtet, und kein einziger hat einen Akupunkturpunkt mit Moxa oder Nadeln behandelt, ohne ihn vorher auf seine genaue Lokalisation hin zu palpieren - völlig unabhängig davon, welcher therapeutischen Schule er angehörte.
In Japan wurde die Palpation daher zu einer sehr feinen Kunst erhoben. Es wird dies dort stärker betont als in anderen Ländern. So ist es auch nicht ungewöhnlich, dass in Japan auch erfahrene Therapeuten bei ihren Akupunkturtreffen gemeinsam Punktlokalisation üben. In der Toyohari-Schule wird beispielsweise Punktlokalisation bei jedem monatlichen Übungstreffen praktiziert.
Viele Therapeuten, die die Punkte durch Palpation auffinden, arbeiten hier eher mit dem Konzept einer Punkt-Zone als mit einer kleinen punktuellen Punkt-Lokalisation. Unter Punkt-Zone versteht man das Areal um die anatomische Lokalisation herum, in dem man üblicherweise einen reaktiven und damit therapeutisch relevanten Punkt lokalisiert. Die Punktlokalisation wurde dadurch zu einem flexiblen Konzept, nicht zu einem festgeschriebenen anatomischen Konzept, wie es in vielen modernen Lehrbüchern beschrieben wird. Dies spiegelt nicht nur die Arbeit von jenen Therapeuten wieder, die die Punktelokalisation auf Basis ihrer eigenen Erfahrung beschrieben. Es erlaubt auch eine flexible Integration der verschiedenen historischen Konzepte zur Punktlokalisation in die eigene klinische Praxis, um sie selbst zu erforschen und zu überprüfen.
Dieser Zugang ist primär praktisch und erfahrungsorientiert. Theoretische Erklärungen, was hier genau gefunden wird und warum, werden auf ein Minimum reduziert - gerade so viel, wie man für die praktische Anwendung braucht. Dieser Zugang passt also gut in das Grundkonzept der Meridiantherapie (Keriaku chiryo) wie sie auch Shudo Denmei praktiziert.
Shudo Denmei ist sicherlich ein Meister seines Faches. In diesem Buch beschreibt er viele Punkte, führt teils mehrere Lokalisationsmöglichkeiten mit entsprechenden Palpationsveränderungen an und zitiert zusätzlich relevante historische und zeitgenössische Quellentexte. Er schreibt aus seiner eigenen Erfahrung zu diesen verschiedene Punktlokalisationen, und mit welcher Technik diese aktive Punkte jeweils am besten zu behandeln sein. Ergänzend beschreibt er die damit assoziierten Krankheiten oder Symptome.
Dieses Buch konfrontiert uns somit mit der letztendlichen Ungewissheit der klinischen Praxis. Dadurch erhält man die Erlaubnis, den Patienten selbst zu untersuchen, anstatt einer Theorie dogmatisch zu folgen. Durch die in diesem Buch beschriebene Fülle an Erfahrungen gelangt man als Leser von der Unsicherheit in zu einer stabilen Basis einer reproduzierbaren klinische Erfahrung. Shudo kann die Punktlokalisationen und die entsprechenden reaktiven Palpationsbefunde sehr klar beschreiben. Er stellt auch klar, ob diese Erfahrungen nur auf ein oder zwei Fällen basieren oder auf einer großen Patientenanzahl. Auch die Tatsache, dass Shodo die Punkte gemäß ihrer Prioritäten ordnet, ist von unschätzbarem Wert. Dadurch gibt das Buch auch klare Richtlinien vor, wie man bei der Palpation die behandelnden Punkte auswählen kann.
Als ich das Manuskript das erste Mal gelesen hatte, probierte ich einige von Shudos klinischen Empfehlungen aus. In den allermeisten Fällen war das klinisch sehr hilfreich. Dadurch bin ich zuversichtlich, dass jeder dieses Buch als einen wertvollen Leitfaden nutzen kann. Für jeden, der vor der Nadelung und Moxabehandlung palpiert, sollte es ein Hauptwerkzeug werden. Es wird so die Effektivität der Behandlungen steigern helfen - selbst wenn man selbst nicht in diesem palpationsbasierten japanischen Akupunkturansätzen ausgebildet wurde.
Ich kann dieses Werk also nur jedem Akupunkteur wärmstens empfehlen. Sollten Sie mit diesem empirischen Behandlungszugang noch nicht vertraut sein sondern bisher eher ein theoretisch fundiertes Behandlungskonzept verfolgt haben, dann werden sie selbst überrascht sein, wenn sie manche der hier beschriebenen Techniken anwenden. Wer jedoch mit den japanischen therapeutischen Ansätzen der Akupunktur Moxa und Moxibustion schon vertraut ist, der verdankt wie auch ich Shudo Denmei sehr viel.
Lieber Shudo: Danke für die Ehre, ein Vorwort für dein großartiges Buch schreiben zu dürfen.
Stephen Birch