Eine Horde Affen und ein halber Schafskopf - Vorwort Wolf-Dieter Storl und Mike Mandl

Von Florian Ploberger (Autor/in)., Renate Ritscher (Illustrator/in)., Wolf-Dieter Storl (Vorwort)., Mike Mandl (Vorwort). | Gebundene Ausgabe | 104 Seiten | Erscheint voraussichtlich: 30. 11. 2021 | ISBN: 9783991140085 | 1.Auflage

Dieses Buch ist eine Sammlung persönlicher Erlebnisse des Autors aus seiner Ausbildung und seinem Wirken in einem Heilberuf. Die Themen Gesundheit, Krankheit und Heilung auf körperlicher und geistiger Ebene kommen dabei auf ebenso tiefgründige wie amüsante Weise zur Sprache. Ein Schatz an berührenden und inspirierenden Episoden.
Illustrationen: Renate Ritscher

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Mitwirkend Florian Ploberger
Renate Ritscher
Wolf-Dieter Storl
Mike Mandl
VerlagBacopa Verlag
ISBN9783991140085
Sprache(n) Deutsch
Seitenzahl104
Erscheinungsdatum2021
Auflage1. Auflage
AusführungGebundene Ausgabe

Bibliographie

Inhaltsangabe
Vorwort von Dr. Wolf-Dieter Storl
Vorwort von Mike Mandl

Einleitung

Willkommen
In der Höhle von Padmasambhava
Eine Horde Affen und ein halber Schafskopf
Das Ende eines kalten Winters
Der Schock in den Knochen
Ein weißer Schal im Kloster des Dalai Lama
Unter weisen Bäumen
Köstlicher Brokkoli
Ein Zwerghamster nimmt Abschied
Über Gesundheit und Krankheit

Einleitung

Liebe Leserin, lieber Leser,
ich liebe persönlich erzählte Geschichten. Auch in meiner Ausbildung zum TCM-Arzt war ich immer dankbar, wenn von erfahrenen Lehrenden kurzweilige, persönlich erlebte Anekdoten erzählt wurden. Die mit Freude und Humor vorgetragenen Geschichten habe ich mir teilweise bis zum heutigen Tag gemerkt. Wie schön ist es, an den spannenden Erfahrungen anderer Menschen teilhaben und davon lernen zu können! Noch heute lese ich gerne Biographien. Am liebsten sind mir Autobiographien, in denen gelungene oder zumindest auf den ersten Blick nicht so gelungene Details aus dem Leben des Erzählers berichtet werden.
Was lag da näher, als selbst einige Geschichten zu erzählen? So entstand dieses kleine Büchlein mit persönlichen Erlebnissen, die mir während meiner Ausbildung und auf meinem Lebensweg geschenkt wurden. Alle Episoden kreisen um das Thema Heilung, sei es die Ausbildung und das Wirken in einem Heilberuf, die eigene körperliche Heilung oder eine gesunde Geisteshaltung.
Mein Dank gilt Dr. Ursula Baatz, die das Manuskript punktgenau korrekturgelesen und zahlreiche konstruktive Anregungen gegeben hat. Speziell bedanken möchte ich mich bei Margarete Donner, die als Lektorin mit Begeisterung und Engagement die Entstehung dieses Buches begleitet und bereichert hat. Mag. Renate Ritscher hat die wunderbaren Illustrationen mit großer Liebe zum Detail gestaltet. Mit ihr zusammenzuarbeiten war überaus freudvoll und brachte meine eigene Kreativität zum Erblühen.

Ich darf Ihnen viel Freude bei der Lektüre dieses Buches wünschen,

Herzlichst,

Florian Ploberger
Baden bei Wien, im Sommer des Metall-Büffel-Yin-Jahres-2021

 

Vorwort
von Dr. Wolf-Dieter Storl

In dem großen Seminarzentrum Sonnenstrahl in Kißlegg im Allgäu gibt es ein Hallenbad mit warmen Thermalwasser, wo man gut schwimmen und entspannen kann. Jeden Morgen vor dem Frühstück schwamm ich meine Runden. Als ich eines Morgens hurtig im Becken hin- und her schwamm, flitzte unter dem Wasser etwas an mir vorbei, drehte am Ende des Bassins behände um anscheinend ohne Luft zu holen , um in entgegengesetzter Richtung unter Wasser wieder vorbeizurauschen. Wenn es kein Hallenbad gewesen wäre, hätte man glauben können, es sei ein Delphin gewesen.
Wer da schließlich auftauchte, war nicht Flipper, sondern ein glücklich lächelnder, Schwimmbrille tragender Florian Ploberger. Offensichtlich war das Wasser sein Element. Er begeistert sich aber nicht nur fürs Schwimmen, sondern auch für Langstreckenlaufen und Radfahren. Passend dazu ist ein quicklebendiger Geist, der sich mit Leichtigkeit in der medizinischen Kultur und den Sprachen Chinas und Tibets bewegt und immer wieder dorthin reist.
Die astrologische Wissenschaft der Renaissance würde ihn als eine merkuriale Persönlichkeit, als Kind des Merkurs beschreiben. Als solcher besitzt er körperliche Beweglichkeit, Geistesgegenwart und Intelligenz. Merkur, als Planetengottheit, ist Patron der Ärzte und Grenzgänger; er trägt Flügel an seinen Schuhen und in der Hand hält er den von Schlangen umwundenen Stab den Caduceus oder Äskulapstab , Symbol der Ärzte und Apotheker sowie des Wissens um Gift und Gegengift.
Um das merkuriale Naturell auszubalancieren, braucht es den Ruhepol. Auch dieser ist bei dem Arzt Florian Ploberger voll entwickelt. Dabei hat ihm die Begegnung mit buddhistischen Meditationstechniken sehr geholfen. Bei den Vorträgen und Lehrkursen, die er im Rahmen unserer heilkundlichen Ausbildung veranstaltete, legte er immer wieder Meditationspausen ein. Wenn die Teilnehmer mit ihm dabei in Resonanz gehen, erleben sie eine wunderbare, den Geist erfrischende Stille. Das habe ich selbst dankbar miterleben können.
In diesem Buch nimmt uns Florian Ploberger mit auf Reisen, lässt uns an seinen Abenteuern teilhaben und staunen. Allein der Titel dieses Buches, Eine Horde Affen und ein halber Schafskopf, hält was er verspricht: Er zeigt uns, dass wir in einem Universum voller Wunder leben. Das Buch ist ein Lesegenuss; wie ein guter Kaffee mit Sahne erfreut es die Seele.
Dr. Wolf-Dieter Storl

 

Vorwort
von Mike Mandl

Die Sache mit dem Karma

Es war eine starke innere Zerrissenheit, die mich zur Kartenlegerin geführt hat. Ohne mich großartig zu befragen, brachte sie mein Dilemma auf den Punkt. Um genau zu sein: Sie hat mich gar nichts gefragt. Sie hat mich nicht nach meinem Beruf gefragt, nicht nach meinen Problemen, nicht nach meiner Geschichte, nicht nach meinen Beschwerden, nicht nach meinen Anliegen. Sie hat lediglich die Karten befragt. Und die haben gesagt: Dieses ständige Pendeln zwischen Ekstase und Askese, das führt zu nichts. Der Grund dafür war ebenfalls rasch gefunden. Die Karten sagten: In meinem letzten Leben war ich ein Mönch in China. Man investierte viel in mich, in meine Ausbildung. Das Ziel: Ich sollte Heilkunst und Heilung unters Volk bringen. Ich sollte das Land durchwandern und so vielen Menschen wie möglich helfen.
So weit, so gut. Nur: Gleich zu Beginn meiner Mission bog ich in das erstbeste Wirtshaus ab. Und verließ es mehr oder weniger gar nicht mehr. Wein, Weib und Gesang erschienen mir einfach attraktiver als staubige Straßen, Krankheiten und höher gelagerte Herausforderungen. Man macht die Rechnung aber nicht ohne den Wirt. Ich hatte meinen Auftrag in den Sand gesetzt. Mit Pauken und Trompeten. Was heißt, dass ich einen großen Sack offenes Karma mit in dieses Leben schleppte. Ich muss nun nachholen, was ich damals verabsäumt habe. Ich muss Heilkunst und Heilung unters Volk bringen. Ich muss mich auf Wanderschaft begeben. Und ich muss darauf aufpassen, nicht wieder den süßen Versuchungen des Daseins derart zu erliegen, dass die Mission dadurch ins Hintertreffen gerät.
Das war mein Dilemma. Den Ruf der Heilkunst habe ich sehr früh verspürt. Präziser: Meine Seele hat ihn verspürt. Das Ich war jedoch gesteuert von einer großen SehnSucht nach Intensität im Leben. Beides unter einen Hut zu bringen nun ja. Ich arbeite daran. Noch immer. Ob die Karten die Wahrheit erzählt haben, kann ich nicht beurteilen. Aber die Geschichte hat mir sehr geholfen, meine Situation aus einer Art amüsierter Vogelperspektive distanziert zu betrachten und dem am Genuss orientierten Mönch hin und wieder einen kräftigen Tritt in den Hintern zu geben, damit er nicht allzu sehr von seinem Weg abweicht, was letztendlich bedeuten würde, auch im nächsten Leben vor derselben Herausforderung zu stehen. In Summe dreimal bei null anzufangen, das erschien mir dann doch etwas zu langweilig. Und was, bitte sehr, hat das alles nun mit dem neuen Buch von Dr. Florian Ploberger zu tun?
Florian, den ich als Kollegen und Freund sehr schätze, trägt für mich ein ähnliches, aber wesentlich besser akzentuiertes Karma mit sich umher. Für mich ist Florian ein ehemaliger Tibeter, der nicht ohne Grund mitten in Europa das Licht der Welt erblickte. Auch seine Mission ist es, Heilkunst und Heilung unter das Volk zu bringen. Während mir allerdings ein unerledigter Auftrag im Nacken sitzt, treibt Florian das tiefe Bedürfnis, Leid und Leiden in allen Lebewesen zu lindern. Das hat nicht nur zum erfolgreichen Abschluss gleich dreier unterschiedlicher medizinischer Richtungen geführt, dieses Bedürfnis ist so stark, dass er sogar ohne mit der Wimper zu zucken in China Hühnerfüße verspeist, nur um einen potentiellen Lehrer nicht zu enttäuschen. Und das, obwohl es sich dabei um die erste fleischliche Speise nach zwölf Jahren striktem Vegetarismus gehandelt hat. Nur wer bereit ist, das Ich hinzugeben, um etwas Größerem zu folgen, wird das finden, was im daoistischem Denken Ming genannt wird. Wie immer lässt sich die wahre Bedeutung mancher Begriffe durch deren Übersetzung nicht wirklich erschließen. Ming kann man als Bestimmung bezeichnen. Aber was ist die Bestimmung? In Florians Fall: Ein vollendeter Arzt zu werden.
Ein Arzt, der nicht nur die Beschwerden, sondern vor allem auch den Menschen sieht. Ein Arzt, der nicht nur ein Verständnis für mechanische, organische und biochemische Dynamiken an den Tag legen kann, sondern in seiner Behandlung auch energetische und spirituelle Dimensionen berücksichtigt. Ein Arzt, der nicht zwischen Körper und Geist trennt. Ein Arzt, der weiß, dass wahre Zufriedenheit und wohlwollender Gleichmut die wohl wichtigsten Schlüssel zur Gesundheit sind. Die klassische Schulmedizin ist hervorragend, wenn es um physische Beschwerden geht. Die Traditionelle Chinesische Medizin baut eine Brücke zur Psyche. Die Tibetische Medizin öffnet das Tor zum Geist. Dieses äußerst unterhaltsame Buch schildert die verschiedenen Etappen dieser Entwicklungsreise, die Florian vor allem und immer wieder nach Dharamsala brachte. Das ist die Sache mit dem Karma, mit dem Auftrag, mit dem Ming. Das ist die Sache mit dem freudvollen Eifer.
Ich habe es schon erwähnt: Ich sehe Florian als tibetische Seele in einem österreichischen Körper. Und das sehe nicht nur ich so. Selbst von einem Taxifahrer in Dharamsala wurde er gefragt, wie denn sein Urlaub in Europa so gewesen sei, als er wieder einmal zurückkehrte, nach Dharamsala, in seine Seelenheimat. Sie sehen ihn teilweise als einen von ihnen. Und bei bestimmten Lichtverhältnissen sieht man es an den Augen: Sie wirken tibetisch. Der Geist ist es so oder so. Selten habe ich eine Person kennen gelernt, die so voller freudvollem Eifer ist, Menschen zu helfen, wobei ich die Betonung hier auf die Freude legen möchte, der der Eifer folgt. Das liest man auch aus den Geschichten heraus. Freudvoller Eifer ist im Buddhismus eine der sechs Paramitas, der sechs befreienden Handlungen. Weitere wären: Sinnvolles Verhalten, Geduld, Großzügigkeit, Meditation und Weisheit. Diese Handlungen führen wiederum zu Liebe, Mitgefühl, Freude und Gleichmut. Auch all das liest man aus den Geschichten heraus. Manche müssen sich diese Qualitäten mühevoll erarbeiten. Andere kommen damit auf die Welt. Warum das so ist?
Diesbezüglich würde ich gerne meine Kartenlegerin befragen. Aber ich bin mir sicher, die Karten würden sagen: Florian wurde auserwählt, als Brückenbauer, als Vermittler, als Übersetzer. Ein tibetischer Heilkundiger und Weiser mit dem Auftrag, das Wissen, die Schönheit und die Tiefe der Tibetischen Medizin im Westen zu verbreiten. Zum Wohle aller Lebewesen. Und genau das macht er auch. Somit folgt er, im Unterschied zu einer wankelmütigen Person wie mir, unbeirrt und von tiefem Vertrauen getragen seinem Ming, seiner Bestimmung. Folgt man dieser, entfaltet sich der Pfad des Lebens auf eine leichte und natürliche Art und Weise. Man trifft die richtigen Personen zum richtigen Zeitpunkt. Man bekommt Unterstützung und Rückenwind. Statt Zufällen fallen einem die Dinge zu. Man landet in Höhlen tibetischer Yogis, darf den Puls des hochrangigsten Orakels betasten und wird so nebenbei mit der Übersetzung eines der wichtigsten Werke der tibetischen Medizin beauftragt. Man lernt eine Horde Affen kennen, bekommt Suppen mit einem halben Schafskopf serviert und wird von einer Schlange geheilt. Ja, ein Heilberuf kann zu einem ereignisreichen und abenteuerlichen Leben führen. Wer eine Reise tut, wird etwas erleben. Ich bin sehr dankbar, dass sich Florian entschlossen hat, daraus Episoden und Anekdoten niederzuschreiben. So kann man das Buch auch lesen.
Zwischen den Zeilen steht jedoch mehr: Dass es nichts Spannenderes gibt, als seiner Bestimmung zu folgen. Dass man den Mut dazu haben sollte. Dass man dafür keine Mühen scheuen sollte. Dass ein Dasein, das sich dem Dienen verschrieben hat, reich belohnt wird: Mit Einsicht, mit Erkenntnis, mit einer GlückSeeligkeit, die tief im Inneren wurzelt. Wie die riesigen alten Bäume im Schloss Krastowitz, die Florian diese Botschaft mit auf den Weg gaben. Lesen Sie dieses Buch. Suchen Sie ihre Bestimmung. Folgen Sie ihr. Machen Sie nicht denselben Fehler wie ich sonst müssen Sie diesen vielleicht im nächsten Leben korrigieren!
Mike Mandl
Leiter der International Academy for Hara Shiatsu, Wien 2020