Nachrichten von der Hauptstadt der Sonne - Moderne chinesische Lyrik 1919 bis 1984. Deutsch und Chinesisch

Von Wolfgang Kubin (Herausgeber/in)., Maya Wang (Übersetzer/in)., Xin Bing (Autor/in)., Moruo Guo (Autor/in)., Zhimo Xu (Autor/in)., Yiduo Wen (Autor/in)., Xun Lu (Autor/in)., Zhi Feng (Autor/in)., Zhilin Bian (Autor/in)., Wangshu Dai (Autor/in)., Qifang He (Autor/in)., Kejia Zang (Autor/in)., Qing Ai (Autor/in)., Zedong Mao (Autor/in)., Chouyu Zheng (Autor/in)., Dao Bei (Autor/in)., Ting Shu (Autor/in)., Cheng Gu (Autor/in). | Gebundene Ausgabe | 478 Seiten | Erschienen: 27. 02. 2015 | ISBN: 9783902735515 | 2.Auflage

China erfreute sich im Gegensatz zum deutschsprachigen Raum in den 30er und 40er Jahren einer modernen Lyrik, die unter dem Einfluß von Frankreich, Spanien, Deutschland und England stand. An diese konnten die chinesischen Dichter 1979 mit Beginn der Reformperiode wieder anschließen. Die Anthologie stellt die repräsentativsten Dichter mit ihren bekanntesten Texten zwischen 1919 und 1984 vor. Viele von ihnen gehören inzwischen zur Weltliteratur und sind hierzulande hoch angesehen. An ihrem Beispiel läßt sich die moderne Poesie für das Abendland (1900-1950) und für das Reich der Mitte (1919-1949, 1979-1989) noch einmal rekapitulieren. Verantwortlich für die chinesischen Texte: Wang Qiong (Maya Wang).

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Mitwirkend Wolfgang Kubin
Maya Wang
Xin Bing
Moruo Guo
Zhimo Xu
Yiduo Wen
Xun Lu
Zhi Feng
Zhilin Bian
Wangshu Dai
Qifang He
Kejia Zang
Qing Ai
Zedong Mao
Chouyu Zheng
Dao Bei
Ting Shu
Cheng Gu
VerlagBacopa Verlag
ISBN9783902735515
Sprache(n) Deutsch
Chinesisch
Seitenzahl478
Erscheinungsdatum2015
Auflage2. Auflage
AusführungGebundene Ausgabe

Bibliographie

Vorwort zur Neuauflage

Die Poesie ist tot. Die Poesie ist nicht tot. Sie lebt. Nach bald dreißig Jahren werde ich weiterhin gefragt, ob ich nicht von meiner vergriffenen Anthologie Nachrichten von der Hauptstadt der Sonne. Moderne chinesische Lyrik 1919-1984 (Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1985) das eine oder andere Exemplar zur Verfügung stellen könne. Kann ich nicht, jedenfalls bislang nicht. Nun soll das anders werden. Das habe ich dem Verleger Mag. Walter Fehlinger zu verdanken, der mich wunderbarerweise Anfang Februar 2014 an der Universität Wien fragte, ob ich nicht Neuauflagen meiner Bücher wünsche, die nicht mehr erhältlich seien. Sein Ansinnen erstaunte mich nicht wenig. Seit wann verkaufe ich mich denn? So ging es mir zweifelnd durch den Kopf. Doch anscheinend bin ich nicht immer ein Missgriff für die Verlage.

In der Tat verkauften sich die Nachrichten von der Hauptstadt der Sonne bis auf den letzten Band. Sie wurden zwar nur ein einziges Mal besprochen und dabei von einem ehemaligen Schüler in der Zeit (27/ 1985) vernichtend kritisiert, doch waren und blieben sie bis heute Lieblingskind der Rundfunkstationen, die ihnen gern weiter Textbeispiele für ihre Sendungen entnehmen. Von besagtem Schüler an der FU Berlin hat man später leider nichts mehr gehört. Auch er gehörte einmal zur unnachahmlichen Jugend, die gewöhnlicher Weise nach der Kühlung des Mütchens die Realität entdeckt und vor ihr beleidigt zurückweicht. Ich selbst habe Realitäten nie anerkannt, sie hatten mir zu dienen. Nur so habe ich vielleicht vollenden können, was ich mir in den Kopf gesetzt hatte.

Nach dreißig Jahren ist natürlich vieles anders geworden, so daß sich die Frage stellt, ob ein Nachdruck rein historisch zu erfolgen habe oder nicht eher zu aktualisieren sei. Namen, die beim Abschluss des Manuskriptes 1984 noch nicht in aller Munde waren, wären heute nicht nur nachzutragen, sondern mitunter in den Mittelpunkt zu stellen. Damit würde die Anthologie eine gänzlich andere. Ich habe mich daher auf die Korrektur der offensichtlichen Fehler beschränkt. D.h., daß spätere stilistisch bestimmte Umschreibungen wie im Falle von Bei Dao (geb. 1949) für den Hanser Verlag (1991) nicht zurück übertragen wurden.

Allerdings gibt es einen offensichtlichen Unterschied: Die chinesischen Originale sind den deutschen Übertragungen nun zur Seite gestellt. Hierfür war Wang Qiong (Maya Wang), meine Doktorandin an der Universität Bonn, zuständig. Ihr sei wie üblich von Herzen für die gute Zusammenarbeit gedankt wie auch dem österreichischen Verleger, der Mut und Weitsicht beweist.

Wolfgang Kubin im Mai 2014 an der Beijing Foreign Studies University