Vor Freude tanzen, vor Jammer halb in Stücke gehn - Pionierinnen der Körpertherapie

Von Hadassa K. Moscovici (Autor/in). | Gebundene Ausgabe | 252 Seiten | Erschienen: 12. 12. 2005 | ISBN: 9783901618314 | 1.Auflage

Bewegung, Rhythmus, Atem, Klang: die Entdeckung der Wege, über den Körper die Seele zu heilen. und ihre Entdeckerinnen. Portraits von Gerda Alexander (Eutonie), Gerda Boyesen (Biodynamische Psychologie und Psychotherapie), Liljan Espenak (Psychomotor Therapie), Lilli Friedemann (Musiktherapie), Marianne Fuchs (Funktionelle Entspannung), Ilse Middendorf (Der Erfahrbare Atem), Trudi Schoop (Tanztherapie), Laura Sheleen (Expression/Impression Corporelle), Kaye Hoffman (Trancetanz). Zum ersten Mal werden Wegbereiterinnen der Körpertherapie in aufschlussreichen Portraits vorgestellt. Die Autorin Hadassa K. Moscovici hat neun Therapeutinnen besucht und sich Lebensweg und Arbeit dieser Frauen erzählen lassen. Den Portaits vorangestellt ist eine ausführliche Einleitung. In dieser werden sowohl die gesellschaftlichen, als auch die geistesgeschichtlichen Zusammenhänge sichtbar, in denen die verschiedenen Körpertherapien ihren Anfang nahmen. Fotos, Literaturhinweise und Adressen der Schulen, in denen die vorgestellten Therapien gelehrt werden, ergänzen diesen Beitrag zur Kulturgeschichte der Kreativität.

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Mitwirkend Hadassa K. Moscovici
VerlagBacopa Verlag
ISBN9783901618314
Illustrationen Anzahl41
Sprache(n) Deutsch
Seitenzahl252
Erscheinungsdatum2005
Auflage1. Auflage
AusführungGebundene Ausgabe

Bibliographie

Vorwort zur Neuauflage

Nachdem vor allem Sigmund Freud der abendländischen Welt den Weg des Erinnerns auf eine neue Weise geebnet hatte, wurde in den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts der Weg des Vergessens entdeckt. Es waren vor allem die in diesem Buch portraitierten Frauen, die aus dem Dickicht körperlicher und seelischer Leiden, aus dem Gestrüpp von Bildern, Erlebnissen, Gedanken, Vorstellungen und Verstrickungen Pfade zur Entdeckung des Moments entwirrten. Zum Moment vor den Worten, vor den inneren Bildern, zum Moment, der alles enthält - weil in ihm noch nichts ist. Der Moment, in dem das Glück der Freiheit spürbar wird, daß das vollkommen Unerwartete geschehen kann. Zum Moment, in dem die eigene Lebendigkeit erfahrbar wird - und aus der heraus ein neuer Standort im Koordinatensystem des Daseins gefunden werden kann: im Umgang mit sich selbst, sowie im Umgang mit anderen Menschen. Sie entwickelten aber vor allem auch Zugänge, über den Körper zu den Quellen der in selbstbehindernden Handlungsmustern, Kommunikationsstörungen und körperlichen Leiden gespeicherten seelischen Leiden zu gelangen - und einen Beitrag zu ihrer Auflösung zu leisten.

 

Aus den Pfaden sind inzwischen gut befahrbare Wege geworden. Als Bestandteil psychotherapeutischer Prozesse haben die verschiedenen Vorgehensweisen in vielen Kliniken und Praxen ihren Platz gefunden. Der Hauch des Anrüchigen ist schon lange gewichen. Mit zunehmender Anerkennung ist jedoch die Legitimationspflicht gewachsen: eine Strukturierung und Explikation der jeweiligen Methode wurde unerläßlich. Standardisierungen und eine verbindliche, zuverlässige Regelung einer von der lehrenden Person unabhängigen Ausbildung - mit allen Vor- und Nachteilen - mußte erarbeitet werden. Formen des Austauschs mit anderen Verfahren müssen bis heute noch gefunden werden. Methoden einer angemessenen Dokumentation und Möglichkeiten der Überprüfung werden aktuell erarbeitet .

 

Als Wege aber, persönlich zu wachsen, haben die hier dargestellten Methoden ihren Platz schon längst konsolidiert. Sei es über den zugelassenen Atem, über Klang- und Rhythmuserfahrungen, über die bewußt erlebte Bewegung oder über die verschiedenen Formen des Tanzes, sich selbst und sich selbst im Zusammenspiel mit anderen Menschen zu erfahren und neu zu gestalten, konnten die unzähligen Wege, sich als Mensch zu verirren, von vielen Teilnehmern immer differenzierter erkundet werden. Dementsprechend schießen neue Methoden, die Wege zurück in die Klarheit des eigenen Seins anbieten, wie Pilze aus dem Boden - und spiegeln nur die Erkenntnis, daß jeder seine ihm eigene Form der Verirrung hat und dementsprechend letztlich seinen ihm ganz eigenen Weg zurück finden muß. Für die vielen Schritte davor aber ist die Anleitung und Unterstützung durch erfahrene Dickicht-Wanderer unerläßlich. Und für die ist die Arbeit dieser Frauen die Grundlage ihres Handwerks.

 

Im Sinne eines Ahnendienstes, ist es wichtig, im Bewußtsein zu bewahren, auf wessen Schultern wir stehen, denn auf den Schultern eines Riesen kann jeder weiter sehen.

Daher freue ich mich, daß das vorliegende Buch - nach verlegerischen Umstrukturierungen - wieder zur Verfügung steht.

Dr. Hadassa Moscovici, Juni 2005

 

REZENSIONEN

LACHESIS Nr. 51, März 2022 auf Seite 61 hat Frau Stefanie Westphal eine Rezension geschrieben

https://www.lachesis.de/index.php/14-zeitschrift/651-die-aktuelle-lachesis-zeitschrft-51